Digitalisierung in der Corona-Krise

Die Digitalisierung erweist sich für die Bewältigung der Krise in vielerlei Hinsicht als Segen. Man stelle sich vor, eine solche Pandemie hätte die Welt in den1980er oder 1990er Jahren getroffen – ihre medizinische Bekämpfung hätte sich schwieriger gestaltet, und die sozialen und ökonomischen Folgen eines Lockdowns wären viel gravierender gewesen. Dass ein beträchtlicher Teil der wirtschaftlichen-, Verwaltungs- und Erziehungstätigkeit (im Bildungswesen) vom heimischen Computer aus geleistet werden kann, hilft uns jetzt enorm. Es rächen sich aber auch die Versäumnisse: Gerade im Verwaltungs- und Bildungsbereich wäre noch viel mehr Kompensation möglich, hätte man die digitale Modernisierung ehrgeiziger betrieben. Dass diese Modernisierung mit und nach der Krise umso rascher nachgeholt und es in Gesellschaft, Staat und Wirtschaft kein Zurück mehr in die analoge Welt vor Corona geben wird, zeichnet sich als eine der wichtigsten Langzeitwirkungen der Pandemie schon heute ab.

Aus: Forschung & Lehre, 5/2020, S. 410.

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